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Das Interview mit Mechthild Schroeter-Rupieper zum Nachlesen: „Mitgefühl - und kein Mitleid zeigen, das benötigen Kinder in ihrer Trauer!“
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Unsere Referentin für Familien- und Kindertrauerbegleitung im Bildungshaus

  • Im Mai ist wieder ein neues Buch von Ihnen erschienen, mit dem Titel „Praxisbuch Trauercafé", um was geht es?

Ein Trauercafé unterscheidet sich von einer Trauergruppe: Hier muss man/frau sich nicht anmelden – und das erleichtert vielen Trauernden den ersten Schritt zu wagen, mit ähnlich Betroffenen in Kontakt zu treten.

  • Was schätzen Sie am Bildungshaus? Das neue Motto ist „Mensch sein gut meistern“, was bedeutet das für Sie?

Persönlich schätze ich die Kombination aus schönen und gemütlichen Räumen und dem herzlichen Personal, das einem in jeder Lebenslage willkommen heißt …
Mensch sein gut meistern bedeutet, dass ich mir selber gut bin, mich auf meine mir wichtigen Menschen, auf meinen Glauben und meine politische und gesellschaftliche menschliche Haltung besinne, um auch für andere gut da sein zu können.Und die dritte Instanz ist mein Glaube!

  • Es gibt sehr viele Formen von Kindertrauer, welche?

Kindertrauer ist ein immer ein Ausdruck von Verlust, den ein Kind beispielsweise hat, wenn es ein Haustier verliert, aber auch der Verlust von Heimat, auch Verluste, die bei Scheidung und Trennung entstehen machen traurig. Kindertrauer ist oft nur sporadisch vorhanden, ähnlich einer Trauerpfütze, wo das Kind hinein tapst, eine Weile traurig ist und wieder heraus hüpft. Kinder begreifen die Endgültigkeit und Konsequenz von Verlusten oftmals nicht in dem ganzen Ausmaß, daher ist ihre Trauer anfangs nicht so umfangreich. Je älter sie werden, desto mehr begreifen sie es und dann setzt nach und nach erneute Trauer ein. Es ist wichtig, sie einzubinden, mit teilhaben zu lassen, damit sie sich nicht in schweren Zeiten innerhalb ihrer Familie als ausgegrenzt und unwissend fühlen.

  • Was ist der Grundtenor beim Begleiten von Kindern in der Trauer?

Kinder dürfen traurig sein! Wenn man/frau Kinder dabei begleitet, dann soll man nicht sagen: „Ist doch nicht so schlimm! Ist doch alles gut!“, sondern: Ich verstehe dich, dass du traurig bist! Und dann darf ich das: „Warte ab, bestimmt wird alles wieder gut,“ dazu fügen.  Also Mitgefühl, statt Mitleid zeigen!

  • Was ist das Konzept des Aufbaulehrgangs der Kindertrauer?

Im Vordergrund wird das Thema Musik in der Trauer stehen und da werden wir natürlich darüber sprechen, wie man Trauer mit Musik verarbeiten kann …

  • Was ist Ihr nächstes Projekt?

Im Herbst 2018 erscheint ein Buch: Menschen mit Behinderung in der Trauer begleiten. Dann arbeite ich gerade an einem Bilderbuch. Und außerdem möchte ich ein ultimatives Trauerbuch mit Geschichten gestalten.

 

Vielen Dank fürs Gespräch!!

(red)


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