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Workshop "Blind" - ein neues Angebot
© kronberger, das Referententeam vor dem Bildungshausim Bildungshaus Schloss Großrußbach. Gemeinsam mit der Firma Trotzdem.at haben wir einen gelungenen neuen Workshop angeboten. Hier ein Bericht von unserer Praktikantin Eva Kronberger.

Blind – die unbekannte Herausforderung

© kronberger, Harald und Sabine Fiedler und Assistentin Daniela
Harald und Sabine Fiedler und Assistentin Daniela

              Am 15. September fand im Bildungshaus Großrußbach eine interessante Veranstaltung zum Thema „Blind – die unbekannte Herausforderung“ statt. Was sie schon immer über Blindheit wissen wollten und noch nie zu fragen wagten.

Geleitet wurde dieser eintägige Workshop von Harald und Sabine Fiedler, einem blinden Paar.

Unterstützt wurden sie dabei von Assistentin Daniela und Blindenführhündin Lea.

„Nur wer seine Behinderung als Teil seines Lebens akzeptiert, kann sich auch weiter entwickeln“, sagt Harald Fiedler. Er selbst verfügt nur über einen geringen Sehrest von Hell-Dunkel-Wahrnehmung  und gilt daher praktisch als blind.

 

Harald Fiedler ist Gründer der TROTZ-DEM Sensiblisierungsberatung,

Das ist ein Unternehmen, dass Aufklärungsarbeit zur Integration von Menschen mit Behinderungen leistet und Vorträge und Workshops zu diesem Thema anbietet. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Menschen ohne Behinderung und soll zur Enttabuisierung des Themas „Behinderung“ beitragen.

 

An diesem Tag erfuhren die Workshop-TeilnehmerInnen, wie es ist, den Alltag ohne Seh-vermögen zu meistern.

 

Sachlich, ja humorvoll,  berichten Harald und Sabine Fiedler über ihr Leben mit Blindheit, zwei Menschen, die sich trotz massiver Einschränkungen nicht unterkriegen lassen.

 Angefangen vom Bewegen im öffentlichen Verkehr bis hin zum Kochen und Waschen und Versorgen von Haustieren kam alles zur Sprache, was die Teilnehmerinnen wissen wollten. Zur Demonstration führten sie auch einige technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Farberkennungsgerät, vor.

 

Für angeregte Diskussionen sorgte der „Sensibilisierungsbogen“, den Harald Fiedler schon im voraus an die Teilnehmer geschickt hatte. Anhand der Fragen sollten sie überprüfen, was sie über Blindheit und Sehbehinderung wissen. So wurde zum Bespiel der Unterschied zwischen „Betreuung und Assistenz“ erörtert oder die Frage „Warum wollen Menschen mit Behinderung nicht als Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ bezeichnet werden.

Am eindrucksvollsten war für die Seminarteilnehmer das Erleben von „Blindheit“ am  eigenen Leib. Mit verbundenen Augen und mit einem Blindenstock ausgerüstet, wurden sie von Harald Fiedler eine Runde durch das Bildungshaus geführt.

Sabine Fiedler, die von Königspudeldame Lea unterstützt wird, berichtete dann ausführlich über die Ausbildung und die Arbeit mit Blindenführhunden.

Der PC ist aus dem Leben vieler blinder und sehbehinderter Menschen nicht mehr wegzudenken. Er ist für sie das „Tor zur Welt“ und ermöglicht ihnen eine fast vollwertige Teilnahme am Arbeitsleben. Harald Fiedler demonstrierte die Arbeit am Computer mit seinem Laptop, der mit einer Sprachausgabe ausgestattet ist.

(Eva Kronberger, Praktikantin)

© kronberger, Sabine Fiedler mit Blindenhund
Sabine Fiedler mit Blindenhund

© kronberger, die Teilnehmer/innen beim Üben mit dem Blindenstock
die Teilnehmer/innen beim Üben mit dem Blindenstock

© kronberger, die Teilnehmer/innen beim Üben mit dem Blindenstock im Gelände
die Teilnehmer/innen beim Üben mit dem Blindenstock im Gelände

(red)


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